23. Oktober 2018

Nachhaltig heiraten? – Unmöglich? Nein!

Allgemein

Euer großer Tag ist was besonders! Ganz klar! Das möchte ich und auch sonst niemand abstreiten.

Doch als Hochzeitsfotografin, Mutter, Plastikvermeiderin und Naturliebhaberin ist es mir ein Anliegen gewesen, eine Infosammlung zu erstellen, die es Brautpaaren ermöglicht, ihr Umweltbewusstsein auch in die Hochzeitsplanung einfließen zu lassen.

 

Lasst Eure Hochzeitsfeier noch mehr zu etwas besonderem werden, da Ihr den ökologischen Fußabdruck möglichst gering haltet, Ihr ohne Reue feiern könnt und es dennoch Spaß macht. Umweltschutz hat heute nichts mehr mit Gesundheitslatschen und Missionieren zu tun. Es ist eine Lebensphilosophie und soll sich in ALLEN Bereichen unseres Lebens intergrieren lassen.

 

Diese Sammlung, die natürlich noch lange nicht komplett ist, soll dies beweisen und als Leitfaden dienen, dadurch wird es leichter fallen auch diesen Aspekt in die Vorbereitungen einzubringen – ohne noch mehr zu stressen. Kleiner, aber nicht unbedeutender Nebeneffekt, viele umfreundliche Alternativen schonen auch das Portmonaie.

Lasst Euch inspirieren!

 

Von Anfang an…

…Papeterie

Save the Date und Einladungskarten

Etwas unkonventionell, aber warum nicht die Karten per E-Mail verschicken? Es muss ja nicht ein liebloser Text sein. Ein schön gestaltetes Bild, das wie eine Karte anmutet, macht sich da wunderbar. Euer Fotograf oder ein Grafikdesigner helfen Euch da gerne bei der Umsetzung, falls Ihr das nicht selbst machen wollt oder könnt.

Menü- und Tischkarten

Wer hat nicht Horror vorm Erstellen der Sitzordnung? Und dann noch das Basteln/Drucken von Tischkarten und Menükarten? Spart Euch diesen Stress! Legt nur grob die Tische fest. Wer dann neben wem sitzt, überlasst Ihr den Gästen. Diese „Tischordnung“ lässt sich dann auf einem alten Fenster, Brett, Tür oder einer alten Tafel aufmalen. Genauso könnt Ihr auch das Menü präsentieren.

Danksagungskarten

Auch hier ist ein Verschicken per E-Mail eine umweltfreundliche Alternative. Die meisten Karten landen irgendwann doch in der Tonne, darum kann es getrost die virtuelle sein. Auch hier stehen Dir bestimmt die Helfer der Danksagungskarten zur Verfügung, denn auch diese Karten müssen nicht langweilig aussehen.

 

Kleider machen Leute

Auch hier müsst auf nichts verzichten

Braut

Früher gab es die Tradition, das Brautkleid der Mutter zu tragen. Und das ist heute wieder gefragter denn je. Dabei darf ruhig die Moderne miteinfließen. Eine talentierte Schneiderin muss nicht teuer sein und sie passt das Kleid gerne den Wünschen der Braut an, sei es die Passform oder auch vielleicht etwas Farbe im Unter-rock. Somit wäre auch der Punkt des Geliehenen/Altem von der Liste abgehakt. Sollte es doch ein neues Kleid werden, kann man auf Nachhaltigkeit oder vegane Produktion achten. Hier, hier und hier habe ich ein paar Händler/Designer für Euch hinterlegt.

Bräutigam

Die meisten Herren der Schöpfung sind praktisch veranlagt und kaufen sich einen Anzug, den sie mit kleinen Modifikationen auch zu späteren Anlässen anziehen können. Gut so. Hier heißt es, auf nachhaltige Produktion zu achten. Händler gibt es hier, hier und etwas legerer hier.

Der Trend bei Bräuten, sich was Gebrauchtes anpassen zu lassen, muss hier nicht aufhören. Vintage und Boho sind in. Also her mit den Anzügen vom Opa!

Und wäre es nicht schön, wenn sich nicht auch Eure Gäste in diesen Dresscode schmeißen? Lasst sie es mit der Einladung wissen, dass Ihr wünscht, dass alle im Boho-Stil erscheinen. So muss sich keiner ein neues Outfit kaufen, sondern geht evtl. auf Flohmärkten oder im Kostümverleih „shoppen“.

Schleier

Blumen sind individueller und peppen die Frisur zusätzlich romantisch auf, wie es kein Schleier kann.

 

FlowerPower

… saisonal und regional

Auch wenn Ihr im Winter heiratet, müsst Ihr nicht auf Blumenschmuck verzichten. Es gibt wundervolle Arrangments für jede Jahreszeit. Fragt bei Eurem Floristen nach und/oder lasst Euch auf Pinterest mit den Suchbegriffen „wedding session flower winter/spring/summer/autumn“ inspirieren. Selbst blutrot im Winter ist kein Problem ohne gleich auf den Weihnachtsstern zurückgreifen zu müssen.

Als Alternative zu kleinen Perlen im Strauß kann man dieses süße Schleierkraut nehmen, das im Englischen den bezaubernden Namen baby breath trägt.

Für die Tischdeko eignet sich alles, was Ihr auf Dachböden, in Kellern oder auf Flohmärkten finden könnt. Leiht Euch bei Freunden Vasen oder Einmachgläser und verziert diese mit kleinen Sträußen und einer Baumwollschnur. Oder Ihr verwendet eine essbare Deko. Äpfel, Zitronen oder Kastanien wären da interessante Farben. Und niemand muss sie hinterher verstauen.

Für üppigere Deko könnt Ihr Euch bestimmt bei einem lokalen Gartencenter Kübelpflanzen leihen. So lässt sich beinahe jedes Flair gestalten.

Ihr seid nicht die ersten, die heiraten in lokalen Flohmarktgruppen auf Facebook und insbesondere in dieser und dieser könnt Ihr von Ex-Bräuten (jetzt Ehefrauen 😀 ) wunderschöne Deko gebraucht kaufen und eine Neuproduktion und eigenes Basteln sparen.

 

 

Liebe geht durch den Magen

… vom Kulinarischen

Ihr feiert das Fest der Liebe und darum sollte für Euer Vergnügen kein Tier leiden müssen. Wenn Ihr aber nicht auf tierische Produkte verzichten wollt, achtet auf regionale und Bio-Anbieter. Saisonal versteht sich da von selbst. Auf einer Winterhochzeit müssen keine Erdbeer-Desserts serviert werden.

Weine und Spirituosen können lokal eingekauft werden und meist kann man bei ansässigen Winzern die überschüssigen Mengen wieder zurückbringen.

Im Menü solltet Ihr wenigstens ein vegetarisches Gericht anbieten. Je nach Alter und ethischen Grund¬sätzen Eurer Gäste evtl. sogar vegan. Ich finde als guter Gastgeber sollte man da Rücksicht nehmen.

Eine Torte kann auch vegan super lecker sein. Zwei Fotos von Euch, die mit Drähten auf der Torte befestigt sind, könnten die plastikfreien Tortentopper sein. Oder Ihr verzichtet ganz auf diese Figuren und jeden Schnickschnack und verzehrt eine „Naked Cake“. Sieht klasse aus und lässt ich auf Eure Wünsche anpassen.

 

Symbole der Ewigkeit

… die Ringe

Die Gewinnung für Gold und Platin frisst Unmengen an Ressourcen. Ganz zu schweigen, dass diese Edelmetalle im Universum nur durch Supernovae entstehen.

Eine Alternative stellt Silber dar. Nachhaltiger und für mich bedeutend emotionaler ist die Verwendung von alten Ringen, die entweder eingeschmolzen werden oder nur mit einer neuen Gravur versehen werden.

 

Location/Dienstleister

… Lokal hat Trumpf

Achtet auf eine gute Zuganbindung bzw. Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel. So können sich Eure Gäste die ermüdende Fahrt mit dem Auto sparen und gemütlich mit dem Zug fahren. Wenn die Location noch über Gästezimmer verfügt, ist das natürlich top. Ansonsten versucht, die Gäste mit einer langen Anreise privat unterzubekommen.

Sollten Trauort und Location nicht in Fußnähe liegen, könnt Ihr für die gesamte Gesellschaft einen Hochzeitsbus mieten. Ein Highlight, das bei Euren Gästen bestimmt in Erinnerung bleibt.

Caterer, Florist, Frisör, Musiker, DJ, Stylist und auch der Foto- oder Videograf sollten aus der Region sein. Manche Dienstleister bieten die Kompensation der entstandenen CO2-Emmisionen an.

 

Am großen Tag

… auf Kleinigkeiten kommt es an

Styling/Make up

Achtet auf lokale und vegane Anbieter. Beim Make up ist das vielleicht etwas knifflig, aber machbar. Vielleicht spielt Ihr mit dem Gedanken, Euch hier auch nach der Trauung weiter mit der Materie zu befassen. Hierzu sei Euch gesagt, dass es viele Naturprodukte gibt, die auch in der Kosmetik ihre Anwendung finden und einige davon wesentlich günstiger als konventionelle sind z. B. das Haarewaschen mit Roggenmehl. Informiert Euch, es lohnt sich.

 

Luftballons

Auf vielen Hochzeiten werden diese bunten mit Helium gefüllten Gummitüten in die Freiheit und Natur entlassen. Manchmal hängen Karten dran, die dann wieder an das Brautpaar zurück geschickt werden sollen… Eine schonendere und dennoch schöne Alternative sind sogenannte „Wedding wands“ – Stöckchen mit Bändern und evlt. Glöckchen dran. Sie lassen sich selbst basteln, die Bänder können später wiederverwendet werden, ebenso die Glöckchen. Seifenblasen sind auch eine tolle Idee, da wird sogar der brummelige Bär von Onkel zum eifrigen Blubberblasen-Puster. Die Seifenlauge lässt sich selbst anrühren und die Gefäße lassen sich ganz individuell aus Marmeladen-Gläsern basteln und dekorieren. Um auf Nummer sicher zu gehen, dass auch kein Gast Ballons als „Überraschung“ plant, weist schon in Eurer Einladung darauf hin.

 

 

Und Danach

… Die Flitterwochen

Wenn Ihr verreisen möchtet, dann tut es. Überlegt Euch, wo Ihr hin möchtet und macht Euch Gedanken darüber die entstandenen CO2-Emmisionen zu kompensieren, d. h. Projekte zu unterstützen, die das wieder ausgleichen. Hier und hier habt Ihr zwei Beispiele.

 

Vieles in dieser Zusammenfassung ist zum Basteln und Selbstgestalten.

Kreative Freunde lassen sich zu all den Bastelarbeiten bestimmt gerne überreden – gute Musik und ein leckeres Essen lässt jeden Bastelabend zu einem zusätzlichen Event werden.

Habt Ihr Anregungen zu dieser Sammlung? Hab ich was vergessen? Was habt Ihr umgesetzt?

Lasst es mich wissen, jeder freut sich über Feedback und so weiß ich, dass ich nicht die Einzige bin, die sich vorgenommen hat, die Welt ein bißchen besser zu machen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Du bist hier als Fotograf oder Hochzeitsdienstleister auf meiner Seite gelandet und würdest auch gerne so eine Sammlung für Deine Brautpaare bereitstellen und überlegst nun, wie Du dies hier alles umformulierst? Dann pass mal auf: Diese Seite ist ein Herzensprojekt von mir und da Umweltschutz uns alle angeht, darf dieser Text (inkl. des kleinen Textbildes/Quote) – ohne Nennung des Urhebers – kopiert und auf allen Fotografen- oder sonstigen Hochzeitsdienstleister-Hompages eingefügt werden. Auch kein Es-wäre-nett,-wenn-Du-mich-verlinkst. Einzige Bedingung: Du fügst auch diesen Absatz ein.

 

Du hast eine weitere Inspiration/Idee/Anregung? Dann immer her damit, hier kannst Du schnell und unkompliziert Deinen kleinen Beitrag leisten: Klick.

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